
©picture-alliance
Matip-Urteil wird zum Präzedenzfall.... Poldi sauer auf dem DFB Mit dem nachträglichen Überraschungsfreispruch für Joel Matip (Foto) hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) einen Präzedenzfall
geschaffen. Während der FC Schalke 04 die Entscheidung, Matip nicht für
ein Spiel zu sperren, begrüßte, nahm Kölns Nationalspieler Lukas Podolski
das UEFA-Urteil zum Anlass, seine Kritik am Deutschen Fußball-Bund
(DFB) zu erneuern. «Ich habe letzte Woche schon von einer
Ungerechtigkeit gesprochen. Jetzt wurde ich noch mal durch dieses Urteil
bestätigt», klagte Podolski im «Express».

In dem ähnlich gelagerten Fall von FC-Profi Podolski hatte das
DFB-Sportgericht trotz entlastender Fernsehbilder anders entschieden als
die UEFA bei Matip. Im Heimspiel gegen Hertha BSC hatte Podolski für
eine angebliche Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Trotz des Kölner
Einspruchs war der Stürmer für die folgende Bundesliga-Partie in
Hannover (1:4) gesperrt worden. Podolski empfindet dies als ungerecht.
«Die Verantwortlichen, die letzte Woche so entschieden haben, sollten
sich ernsthaft hinterfragen, ob sie wirklich im Sinne des Fußballs
gehandelt haben», klagte der 26-Jährige, der mit seinem Club im
Abstiegskampf steckt.
Matip, der beim Achtelfinal-Hinspiel des FC Schalke in der Europa League
bei Twente Enschede wegen einer angeblichen Notbremse an Luuk de Jong
«Rot» gesehen hatte, traf letztlich nach mehrfachem Einspruch der
Schalker bei der Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA auf mehr
Verständnis. Die ursprünglich verhängte und dann verschobene
automatische Sperre für ein Spiel gegen den 20 Jahre alten Abwehrspieler
wurde am Donnerstag nach einer Anhörung Matips in Nyon endgültig
aufgehoben. Auch hier hatten die TV-Bilder die Unschuld des Profis
eindeutig belegt. In beiden Fällen handelte es sich um eine
Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters.
Matip darf nun auch am Donnerstag im ersten Viertelfinale gegen den
spanischen Erstligisten Athletic Bilbao mitwirken. Sehr zur Freude von
Horst Heldt: «Die absolut richtige, aber auch mutige Entscheidung. Fast
keiner hat damit gerechnet, dass wir Erfolg haben», kommentierte der
Schalke-Manager das Urteil in der «Bild». Der nachträgliche Freispruch
hat laut Heldt «etwas von einem Grundsatzurteil»: «So etwas gab es noch
nie bei der UEFA. In Zukunft kann jetzt gerechter entschieden werden.»
Der Manager wünscht sich auch beim DFB bei derart klaren Sachverhalten
mehr Spielraum nach TV-Beweisen. «Ich hoffe, das macht auch auf
nationaler Ebene Schule.»
quelle: transfermarkt.de