27.Spieltag
Zwölfter Heimsieg für die Heynckes-ElfGomez trifft auch als JokerDer
FC Bayern besiegt das starke Hannover nach einer spannenden Partie
verdient und bleibt Dortmund auf den Fersen. Der Rekordmeister münzte
seine größeren Spielanteile kurz vor der Pause in die Führung um und
baute seinen Vorsprung Mitte des zweiten Durchgangs aus. Alles schien
klar. Doch 96 gab nicht auf, war nach schnellem Anschlusstreffer wieder
im Spiel und sogar dem Ausgleich nahe.

Das 1:0: Toni Kroos überwindet 96-Keeper Ron-Robert Zieler mit einem gekonnten Heber.
© Getty Images

Bayern-Coach Jupp Heynckes stellte seine Elf nach dem Spiel (DFB-POKAL) in Gladbach
auf zwei Positionen um: Für Müller und Gomez rückten Pranjic und Olic ins Team.
Sein Pendant auf Seiten von Hannover, Mirko Slomka, brachte im Vergleich zum 4:1 gegen Köln drei Neue: Pogatetz, Pander und Diouf durften für Haggui, Schulz und Schlaudraff ran.
In
München entwickelte sich bei strömendem Regen vom Start weg ein
intensives Duell. Die Niedersachsen verschoben sich bei Ballbesitz der
Münchner gut und versuchten, selbst initiativ zu werden. Dabei schlichen
sich aber im Mittelfeld zunächst Fehler ein, die Olic (4.) und Robben
(8.) zu frühen Chancen verhalfen.
In
den Zweikämpfen ging es ebenfalls von Beginn an zur Sache, was frühe
Verwarnungen von Pranjic - neben Luiz Gustavo auf der Doppelsechs -
sowie für 96-Kapitän Cherundolo zur Folge hatte.
Bayern hatte
mehr Spielanteile, wie von Slomka vorher angekündigt versteckten sich
die Niedersachsen aber keineswegs. Die optische Überlegenheit der
Münchner, bei denen Lahm immer wieder kräftig anschob, führte zu einer
klaren Chance durch Ribery, der das Zuspiel des Bayern-Kapitäns aus zehn
Metern knapp links vorbeischoss (20.). Auf der Gegenseite wusste Diouf
einen dicken Patzer von Neuer, dem der Ball nach Boatengs Rückpass zu
weit wegprallte, nicht zu nutzen: Badstuber rettete per Grätsche gegen
den von links aufs Tor zulaufenden Sengalesen (21.).
Mitte des
ersten Durchgangs begegneten sich die Kontrahenten auf Augenhöhe, aber
fast ausschließlich im Mittelfeld. Bis auf Diouf, der Neuer aus 20
Metern per Flachschuss prüfte, blieben Torszenen Fehlanzeige (30.).
Eine
Traumstafette des Rekordmeisters mündete in die verdiente Führung:
Ribery fintierte klasse gegen Cherundolo und zog links am US-Amerikaner
vorbei. In Strafraumhöhe passte der Franzose quer auf Robben, dessen
Hackentrick Kroos in Schussposition brachte. Über den herausstürzenden
Zieler hinweg netzte der Blondschopf aus 13 Metern gekonnt ein (36.).
Nun
rollte der Bayern-Express, die Kombination der Heynckes-Elf wurden
immer sicherer. Robben (43.) sowie Olic (44., 45.) verpassten es, noch
vor dem Kabinengang nachzulegen.
Mit unverändertem Personal starteten die Teams in den zweiten
Durchgang, in dem sich längere Zeit wenig tat. Zwar suchte die
Slomka-Elf die Offensive, biss sich aber an der kompakten Deckung der
Hausherren immer wieder die Zähne aus.
Die ersten Wechsel
erfolgten nach einer guten Stunde: Beim FCB ersetzte Tymoshchuk den
gelbverwarnten Pranjic (57.) und Gomez den einsatzfreudigen, aber
unglücklich spielenden Olic (61.), bei 96 in derselben Minute
Schlaudraff Pinto.
Gomez sollte zunächst der bessere Joker sein.
Der Goalgetter, von Ribery freigespielt, zog von halblinks aus zehn
Metern ab. Die Kugel prallte vom Pfosten an Zielers Körper und rollte
Richtung Tor, Pogatetz schlug den Ball vor der Linie weg (63.).
Slomka
brachte mit Ya Konan für den unsichtbaren Abdellaoue einen weiteren
frischen Offensivmann (66.). Die Niedersachsen öffneten, Bayern konterte
- und wie: Kroos spielte Gomez halbrechts an. Im Strafraum umdribbelte
der Torjäger Pander und schob das Leder an Zieler vorbei platziert ins
linke untere Eck (68.).
Für 96 war das 0:2 kein Grund, den Kopf
in den Sand zustecken. Schnell waren die Gäste wieder im Spiel:
Schlaudraff setzte sich auf der rechten Seite gegen Alaba durch und
flankte. In der Mitte gewann Diouf das Luftduell gegen Boateng, und Ya
Konan überwand Neuer fast im Liegen per Fallrückzieher aus fünf Metern
(74.).
Für Spannung war also gesorgt in der Schlussphase, und
fast hätte der umtriebige Diouf für den Ausgleich gesorgt, als er nach
erneut gewonnenem Kopfballduell gegen Boateng knapp über den Balken
nickte (79.). Und Neuer zeigte seine Klasse mit einem Blitzreflex, als
er Boatengs Rettungsversuch Richtung eigenes Tor um den Pfosten lenkte
(85.).
Damit hatten die Niedersachsen aber ihr Pulver
verschossen. Am Ende drehten die Münchner noch einmal auf. Der
eingewechselte Müller (86.) und Gomez (90.+1) hätten sogar noch erhöhen
können, am Ende reichte es auch so zum siebten Heimerfolg des
Rekordmeisters in Serie.
Für die Bayern steht am Mittwoch das
Champions-League-Hinspiel in Marseille an. Am Samstag wartet im
Ligaalltag das Derby gegen Nürnberg. Auch Hannover ist international
gefordert: In der Europa Lague geht es nach Madrid, wo Atletico wartet.
Sonntag gastiert die Borussia aus Gladbach in Niedersachsen.
Quelle:kicker.de